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Schweden

Messkampagnen und Projekte
In Schweden sind bereits seit Beginn der 1980er Jahre zahlreiche Messkampagnen in Wohngebäuden und Schulen, Kindergärten sowie Kindertagesstätten durchgeführt worden. Insgesamt sind bislang in ca. 400.000 Häusern Radonmessungen erfolgt. In ca. 30.000 Gebäuden mit Konzentrationen über 400 Bq/m3 wurden Sanierungen durchgeführt. Die Verantwortlichkeit für Messungen und ggf. notwendige Sanierungen liegt auf kommunaler Ebene.

Der Mittelwert in freistehenden Einfamilienhäusern liegt bei 140 Bq/m3, in Wohnungen von Mehrfamilienhäusern bei 75 Bq/m3. Für zahlreiche Gemeinden existieren lokale Radonrisikokarten, die vorrangig auf geologischen Informationen gründen. Die Einstufung erfolgt in drei Klassen (geringes - durchschnittliches - hohes Risiko). So sind beispielsweise Oser (hoch permeable Kies- und Sandablagerungen, die in Gletscherlandschaften häufig sind) oftmals durch stark erhöhte Radonkonzentrationen - sowohl in der Bodenluft als auch in darauf errichteten Häusern - gekennzeichnet. Ca. 20 % der Landesfläche werden der Klasse "geringes Radonrisko", ca. 10 % der Klasse "hoch" und mit ca. 70 % der Großteil der Landesfläche der Klasse "durchschnittliches Risiko" zugeordnet.

Gesetzliche Regelungen
Schweden war eines der ersten Länder in Europa, in dem die Radonproblematik Gegenstand des öffentlichen Interesses wurde und bis heute ist. Grund hierfür war die häufige Verwendung von Alaunschiefern mit erhöhten Radionuklidgehalten als Baumaterial, wodurch hohe Radonkonzentrationen verursacht wurden.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass in Schweden die Empfehlungen 90/143/Euratom der EU zum Anlass genommen worden sind, für Neubauten einen Grenzwert von 200 Bq/m3 und für bestehende Gebäude einen Richtwert von 200 Bq/m3 sowie einen Grenzwert von 400 Bq/m3 zu etablieren. Ein Ziel des nationalen Radonprogrammes ist es, die mittlere Radonkonzentration in Wohnräumen langfristig auf 50 Bq/m3 abzusenken.

Zudem hat der schwedische Reichstag 2001 einen Gesetzesentwurf verabschiedet, in dem Qualitätsziele für die Umwelt definiert sind, die zumeist bis zum Jahr 2020 erreicht werden sollen. Danach sollen u.a. die Radonkonzentrationen 200 Bq/m3 nicht überschreiten: In Schulen und Vorschulen soll dies bis 2010 und in Wohngebäuden bis 2020 umgesetzt werden. Man geht davon aus, dass dazu in ca. 500.000 Häusern in Schweden Untersuchungen in dem genannten Zeitraum vorgenommen werden müssen. Es wird geschätzt, dass ca. 150.000 Häuser Radonkonzentrationen über 400 Bq/m3 und ca. 500.000 Häuser Werte über 200 Bq/m3 aufweisen. Möglichkeiten zur finanziellen staatlichen Unterstützung bei einer Radonsanierung von Privathaushalten bestehen.

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Letzte Änderung: 06. 07. 2012