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Radon in der Raumluft

Eine systematische Raumluftmesskampagne in Deutschland wurde bislang noch nicht umgesetzt, sondern allenfalls in Ansatzpunkten realisiert.

Dennoch liegen beim Bundesamt fÜr Strahlenschutz die Resultate mehrerer 10.000 Radonraumluftmessungen aus den vergangenen ca. 30 Jahren vor. Die Fragestellungen waren jedoch sehr unterschiedlich (z.B.: epidemiologische Studien, Bergbaueinfluss). Unterschiedlich lange Messungen (Kurzzeitmessungen Über 24 Stunden oder 3 bis 7 Tagen und Langzeitmessungen zwischen 3 und 12 Monaten) sind mit unterschiedlicher Messpunktdichte regional gezielt angesetzt worden und somit räumlich begrenzt.

Die Folge ist ein sehr heterogener Datenbestand ohne unmittelbare Vergleichbarkeit der vorliegenden Messwerte. Des Weiteren sind nicht mehr alle Messungen exakt zu lokalisieren, wodurch deren Interpretationsmöglichkeiten eingeschränkt wird. Eine Zusammenstellung Über die in Deutschland mit öffentlichen Mitteln durchgefÜhrten Raumluftmessungen gibt eine Tabelle auf der Homepage des BfS. Erst in den letzten Jahren haben einige Bundesländer (z.B.: Bayern, Rheinland-Pfalz) damit begonnen, schwerpunktmäßig Messkampagnen in ausgesuchten Landesteilen durchzufÜhren.

In den Forschungsvorhaben der letzten Jahre wurden Transferfaktoren fÜr den Übergang des Radon von der Boden- in die Raumluft ermittelt. Bei einer genÜgend großen Anzahl von Haus-/Baugrund-Zuordnungen kann die Verteilung des Transferfaktors fÜr eine Prognose der Überschreitenswahrscheinlichkeiten in Häusern, basierend auf der Deutschlandkarte der Radonkonzentration in der Bodenluft erstellt werden. Die resultierenden Kartendarstellungen zeigen, dass vor allem in den Bundesländern Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und ThÜringen mit großen Flächen einer höheren Belastung zu rechnen ist. Auf der Grundlage des Baubestandes der Bundesrepublik von 1999 (Statistisches Bundesamt) kann eine grobe Abschätzung durchgefÜhrt, wie viele Haushalte bei wechselnden Zielwerten von 100, 200, 400 und 1000 Bq/m³ in den einzelnen Bundesländern betroffen wären. Aufgrund der unterschiedlichen Bevölkerungsstrukturen spiegeln diese Zahlen nicht unbedingt die flächige Radonbelastung im Boden wider.

 

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